Der begriffene Wahnsinn
ein kognitives Modell zur Aufklärung und Therapie des psychotischen Verhaltens
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Author
Publication
1985 - Campus, Frankfurt ; New York
Word Count
63,000 words, Guess
Page Count
252 pages
Identifiers
- Open LibraryOL22019518M
- ISBN-103593334909
- ISBN-139783593334905
Description
Translation of Title: "Madness Explained. A Cognitive Model for Explanation and Treatment of Psychotic Behaviour"
Description
INHALTSVERZEICHNIS Vorab Die Verpflichtung zur Einmischung 0 Kybernetisch-transzendentale Bewußtseinstheorie als Metatheorie einer verstehenden Psychiatrie 1 Sozialisation als die Reduktion eines Informationschaos zu Ordnungen verschiedener Komplexität Exkurs: Lebenswelt als Sinnstruktur. Das Theorem des sinnbegründenden Systems 2 Der dreifache Grundraster zur Konstituierung der Lebenswelt als dreifache strukturelle Paradoxie Exkurs: Die Paradoxie der Existenz Das Theorem der existentiellen Unentscheidbarkeit 3 Die Neutralisierung der Paradoxien durch die reflexionsrestfreie Fiktion Exkurs: Fiktion als Lebensbasis. Das Theorem des Standverlustes 4 ‘Psychose’ als selbsterhaltungsspezifisches Reduktions- und Komplexitätsdefizit einer Grundfigur Exkurs: Psychotische Grunderfahrungen. Das Theorem inkompletter Lebensweltmuster 5 ‘Neurose’ als inhaltslogische Unvereinbarkeit und Kollision zwischen Grundfiguren Exkurs: Der neurotische Grundkonflikt. Das Theorem kollidierender Lebensweltmuster 6 Die konditionale Genese und Dynamik der Psychose: Verhinderung oder Spaltung primärer Grundfiguren Exkurs (I) : Doppelprogrammierung als prototypische Psychotisierung. Das Theorem der paradoxen Botschaft Exkurs (II): Sozio-kulturelle Mehrdeutigkeit als Bedingung gespaltener Orientierung. Das Theorem der schizophreniefreien primitiven Kultur 7 Die neurotisch induzierte Psychose: Überlastung praktikabler Grundfiguren durch widerstreitende Sinnfiktionen Exkurs: Die psychotogene Primärgruppe. Das Theorem der Pseudo-Gemeinschaft. 8 Die psychotisch induzierte ‘Neurose’: Die Selbstverzerrung des Psychotikers angesichts der milieugespiegelten Erfahrung seiner ursprünglichen Defizienz Exkurs: Prozeß der klinischen Erscheinungsweisen. Das Theorem der selbstzerstörenden Korrekturen 9 Die Paradoxie der Therapie: Aufhebung des Verhältnisses von Therapeut und Patient zu herrschaftsfreier ‘Normalität’ Exkurs: Das Wahnhafte von ‘Normalität’ und der fröhliche Wahnsinn. Episode von der Unterwerfung des klugen durch den teleologisch-totalitären Wahnsinn 10 Der instrumentelle Rahmen der Therapie: Form, Intensität, Basisoperationen, Lernmechanismen und Lernziele Exkurs: Die Revision institutionalisierter Zwischenmenschlichkeit als Reform der Organisation. Das Theorem der menschlich gleichrangigen Therapiegemeinschaft 11 Strategien der Therapie: Nachsozialisation, Fiktionsbildung, Profilstärkung Exkurs: Die reflexiv integrierende Bearbeitung primärer und sekundärer Spaltung. Das Theorem der reintegrierenden Neugeburt 12 Die diagnostische Entschlüsselung des psychotischen Ereignisses: Biographische Erfassung und situative Empathie. Das Theorem des szenischen Verstehens Schluß: Für einen Paradigmenwechsel in der Psychiatrie Quellen und Literaturverzeichnis DIE AUTOREN PETER K. SCHNEIDER, Dr. phil., Studium der Philosophie, Psychologie, Soziologie; danach Studien in Medizin und Kybernetik; mehrere Jahre Lehrbeauftragter für Soziologie und Sozialpsychologe an der Universität München und Mitarbeiter an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Autor weiterer Bücher zum Thema Psychose, Multiple Persönlichkeit, Wahnsinn ERICH RUFF, Dr. phil., Dipl.-Psychologe, Dipl.-Soziologe, psychologischer Psychotherapeut Weitere Veröffentlichung der beiden Autoren zum gleichen Thema: Peter K. Schneider / Erich Ruff: Therapie der Verrücktheit. Ein kognitives Modell zur Aufhebung des schizophrenen Verhaltens. Unter Mitwirkung von W. Eymer. Mit Beiträgen von W. Bender, M.J. Burghardt, J. Heck, E. Vogl-Urban. Campus Forschung Band 560, Frankfurt / New York 1988
First Sentence
Die hier vorgelegte Theorie wird gleich in zweierlei Hinsicht befremden: den Naturwissenschaftler und Mediziner darin, daß es geisteswissenschaftliche Bewußtseins- und Kommunikationstheoretiker sind, die sich an einem (Forschungs-) Gegenstand versuchen, der nach herrschender Lehre nicht in ihrer Zuständigkeit liegt, von dem sie sich somit als Laien fernzuhalten haben; den Geisteswissenschaftler und Philosophen von Fach darin, daß die konstitutiven Strukturen von Verstand und Vernunft mit den Niederungen empirischer Krankheit gemeingemacht werden, was allemal die Dignität von 'Geist' verletzt. Diese beiden Befremdlichkeiten, 'Geisteskrankheit' als etwas zutiefst Rationales anzusehen, das motiv-verstehend aufzuklären und seiner naturwissenschaftlichen Knebelung zu entziehen ist, und zugleich Geist als etwas zu begreifen, das originär aus sich selbst erkranken kann, weil er eben immer schon (auch) in der Qualität des 'Abnormen' seinen natürlichen Bestand hat, - diese beiden Befremdlichkeiten sind, eben weil in dieser Gesellschaft noch immer als 'unschickliche Befremdlichkeit' gehandelt und durch die unglückliche Komplizenschaft von Berührungsangst und Reviertabu perpetuiert, die Hauptschuldigen an dem, was sich unter dem Ausdruck 'Anstaltswirklichkeit' an Ungeheuerlichem bei uns (auch weiterhin) vollzieht.
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