Author

Publication

1996 - Duncker & Humblot, Berlin

Language

German

Word Count

149,500 words, Guess

Page Count

598 pages

Identifiers

  • Open LibraryOL558814M
  • ISBN-103428085094
  • OCLC Control Number34791883
  • Library of Congress Control Number96142004
  • Goodreads3461047

Classifications

  • DDC320.943/41/09034
  • LCCDD801.H58 G76 1996

Description

Die 1830er Jahre gelten als vorläufiger Höhepunkt der politischen Öffentlichkeit in Deutschland. Im Gefolge der Julirevolution von 1830 und im Umfeld des Harnbacher Festes feierte die frühliberale Bewegung ihre ersten spektakulären Erfolge; die konstitutionellen Landtage avancierten zur parlamentarischen "Vorschule" der Frankfurter Paulskirche. Nach dem Epochenjahr 1830 begann nicht ein politisches "Biedermeier", sondern der "Vor-März", die Vorgeschichte der Revolution von 1848/49. Die vorliegende Untersuchung beruht auf der Auswertung von bisher weitgehend unbekannten Akten und Briefen aus über vierzig Archiven und Bibliotheken. Sie behandelt die Parlaments- und Verfassungsgeschichte eines Mittelstaates des Deutschen Bundes: des Kurfürstentums Hessen. Nach sozialrevolutionären Unruhen erlangte das nordhessische Territorium im Januar 1831 die damals fortschrittlichste Verfassung des Vormärz. Auf dieser staatsrechtlichen Grundlage entwickelten sich seit 1832/33 Auseinandersetzungen zwischen konservativer Regierung und liberalem Landtag, die in einen "permanenten Verfassungskonflikt" (Nipperdey) mündeten. Die wiederholten Ministeranklageverfahren gegen den Regierungschef Ludwig Hassenpflug erregten in ganz Deutschland Aufmerksamkeit. Die Studie analysiert die Verfassungsentstehung 1830/31 und den politischen Entscheidungsprozeß zwischen Regent, Regierung und Landtag in der ersten Ministerzeit Hassenpflugs (1832 - 1837). Den zweiten Schwerpunkt bildet die Darstellung der parlamentarischen Frühzeit, in der sich bereits deutliche Ansätze einer politischen Fraktionierung im Landtag zeigten. Die Gesetzgebung, an der Regierung und Landtag gleichermaßen mitwirkten, stand im Zeichen konservativer Modernisierung. Die Kontroverse um den Konstitutionalismus als Staatsform, welche die Verfassungshistoriker seit den sechziger Jahren beschäftigt, wird an dem neben Preußen bekanntesten Beispiel, dem kurhessischen Verfassungskonflikt, überprüft. Die detaillierte Analyse des politischen Geschehens der 1830er Jahre im Kurfürstentum Hessen zeigt die im konstitutionellen System bereits angelegten, im 19. Jahrhundert jedoch nicht zum Durchbruch kommenden Wandlungstendenzen. Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Wilhelm-Liebknecht-Preis 1995 der Universitätsstadt Gießen.

First Sentence

Die französische Julirevolution des Jahres 1830 und ihre Folgewirkungen bedeuteten in europäischer wie deutscher Perspektive eine historische Zäsur. Nach der Windstille der zwanziger Jahre empfanden die Zeitgenossen die Pariser Ereignisse als „elektrischen Schlag“.

Subjects

Topics

HistoryHesse (Germany)Germany, historyLegislative bodiesHesse-Kassel. LandtagConstitutional historyPolitics and government

Times

Series Statement

  • Schriften zur Verfassungsgeschichte,

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