Publication

2007 - Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, Heidelberg

Word Count

108,250 words, Guess

Page Count

433 pages

Physical Format

14 x 20 cm

Identifiers

  • ISBN-10973782220X
  • ISBN-139783929848496
  • ISBN-139789737822208
  • ISBN-10392984849X
  • Library of Congress Control Number2008440513
and 2 more

Classifications

  • LCCDR226 .U77 2007

Description

Rumänien hatte mit der Diktatur Ceausescus (1965-1989) eines der repressivsten kommunistischen Regime überhaupt. Es betrieb einen ins Groteske gesteigerten Personenkult, der seinesgleichen suchte. Gab es dafür Vorbilder in der rumänischen Geschichte? Lassen sich historische Kontinuitätslinien erkennen, die eine Erklärung liefern könnten? Inwiefern vermochte sich etwa das häufig angeführte byzantinische Erbe auf die Ausgestaltung der Herrschaftslegitimation auszuwirken? Um diese Fragen zu beantworten, untersucht das vorliegende Buch die Formen der Legitimierung von Herrschaft in der rumänischen Geschichte anhand exemplarischer Beispiele. Die Arbeit orientiert sich dabei in theoretischer und methodischer Hinsicht an neueren kulturgeschichtlichen Ansätzen und stellt die rumänische Geschichte in einen überregionalen, vergleichenden Kontext. Dazu werden Legitimierungsmechanismen in zwei historischen Zeitfenstern untersucht: die Zeit der beiden Woiowoden (Fürsten) Matei Basarab in der Walachei (1632-1654) und Vasile Lupu in der Moldau (1634-1653) sowie die Herrschaft Nicolae Ceauşescus (1965-1989).

First Sentence

In der zweiten Dezemberhälfte 1989 stand Rumänien wie noch nie zuvor im weltweiten Rampenlicht der Medien. Der gewaltsame Sturz des als Tyrannen verhassten Nicolae Ceauşescu, der fast ein Vierteljahrhundert lang über das Land gewaltet hatte, stellte kurzfristig sogar die spektakulären Ereignisse in den Hintergrund, die in den Monaten zuvor zum Ende der kommunistischen Dominanz über die ostmittel- und südosteuropäischen Staaten des Warschauer Paktes geführt hatten. Denn nirgendwo sonst ging das Ende der Einparteienherschaft mit derartiger Gewalt einher wie in Rumänien. In allen anderen Staaten des sowjetischen Machtbereiches konnte die Elite, auf Druck der Straße oder aus eigenem Antrieb, einen friedlichen Machtwechsel herbeiführen. In Rumänien jedoch war die Herrschaft wie in keinem anderen kommunistischen Regime Europas in der Hand einer einzigen Person konzentriert. Mit den Mitteln der Repression, vor allem aber mit einem ins Groteske gesteigerten Personenkult gelang es Ceauşescu, jeglichen Ansätzen einer Entmachtung seiner Person zuvorzukommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum sich gerade in Rumänien ein in diesem Ausmaß einzigartiger Personenkult, eine derartige Machtkonzentration herausbilden konnte. Gab es dafür Vorbilder in der rumänischen Geschichte? Lassen sich historische Kontinuitätslinien erkennen, die eine Erklärung liefern könnten? Inwiefern vermochte sich etwa das häufig angeführte byzantinische Erbe auf die Ausgestaltung der Herrschaftslegitimation auszuwirken?

Subjects

Topics

HistoryRumänienCeausescuGeschichteKommunismusPersonenkultHeads of state

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